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Religion, Kirche, Spiritualität

Treffpunkt Ökumene

07.09.10: Jack Catarata, Sind „demokratische“ Wahlen immer auch geheime, „saubere“ und gerechte Wahlen?
Im Mai dieses Jahres fanden auf den Philippinen Präsidentschaftswahlen statt. Viele internationale Beobachter und viele philippinische Nichtregierungsorganisationen, darunter auch die Kirchen, haben versucht, Betrugsmanöver bereits im Vorfeld der Wahlen oder am Wahltag selbst aufzudecken oder zu verhindern.

Der deutsch-philippinische Politologe Jack Catarata berichtet als Mitglied der „International Observers' Mission“ von seinen Erfahrungen im Vorfeld der philippinischen nationalen Wahlen und am Wahltag selbst.

Neben dem Blick auf das Wahlgeschehen auf den Philippinen wird nach dem Verhalten deutscher Wähler in Vergangenheit und Gegenwart zu fragen sein. Wie ernst nehmen wir, gut zwanzig Jahre nach dem Mauerfall, unsere eigenen demokratischen Rechte in Deutschland?

05.10.10: Karsten Wächter, Der Militäreinsatz in Afghanistan und die Kirche
In einem offenen Brief wandte sich der Koblenzer Militärdekan Karsten Wächter an Margot Käßmann:

„…Wie soll ich Soldaten begleiten, die in einen Hinterhalt geraten sind, beschossen wurden und entsprechend den "Rules of Engagement" das Feuer erwidert haben, dabei möglicherweise auch einen Angreifer verletzt oder getötet haben, mit einer Botschaft im Rücken, die lautet: "Mit christlichem Verständnis ist dieser Krieg nicht vereinbar?" Ist es unchristlich, sich selbst und seine Kameraden zu verteidigen? Soll ich den Soldaten, die aus einem Gefecht zurückkehren, sagen: Das ist alles nicht richtig, was ihr macht….

Ich habe große Hochachtung für die Männer und Frauen, die ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit, ihren Komfort und ihren Wohlstand aufgeben, um hier den Afghanen ein Leben ohne Bedrohung und Unterdrückung in einem friedlichen Umfeld so zu ermöglichen, dass diese befähigt werden, dieses in eigene Hände zu nehmen. Ich würde mir wünschen, dass unsere Kirche besser und genauer verstehen lernt, was die Soldaten leisten und ertragen ...“

02.11.10: Wolfgang Hüllstrung, Wie hältst Du’s mit dem Opfern? Opfer und Sühne im Alten Testament
In der biblischen Überlieferung spielen der Opferkult und das Opfern eine bedeutsame Rolle. Für viele Menschen von heute sind jedoch die damit verbundenen Vorstellungen unverständlich geworden. Von daher lohnt es sich, die Entwicklung wahrzunehmen, die der Opferkult und die Opfertheologie im alten Israel bis hin zur Zeit Jesu durchlaufen haben, um so Sinn und Bedeutung des Opfers neu in den Blick zu bekommen. Dies ist auch die Voraussetzung dafür, die Rede vom Opfertod Jesu Christi nachvollziehen zu können.

07.12.10: Klaus Rogat, Die Ökumenische Arbeitslosenintiative Vallendar
15 bis 20 meist ältere ehrenamtlich arbeitende Frauen und Männer begleiten seit etwa 20 Jahren Schülerinnen und Schüler. Sie leisten weniger Hausaufgabenhilfe als vielmehr eine umfassende Einzelarbeit, bei der es oft auch darum geht, in bestimmten Fächern Blockaden aufzulösen, die den Schulerfolg verhindern. Auch Bewerbungstrainings stehen auf dem Programm.

Die Begleitung der Jugendlichen findet in Zusammenarbeit mit der örtlichen Hauptschule statt. Das Projekt fördert die Selbstbestimmung der Ehrenamtlichen wie auch der Jugendlichen, arbeitet im Vergleich mit vielen traditionellen Hausaufgabenhilfen innovativ und verlangt den Ehrenamtlichen viel Kreativität ab.

Es ist zukunftsweisendes sozialdiakonisches Projekt, das 2009 den Ehrenamtspreis der Evangelischen Kirche im Rheinland erhalten hat.

11.01.11: Klaus Neufang, Religionskritik – aktuelle Meinungen und kritische Fragen
Regelmäßig zu Weihnachten und Ostern beschäftigen sich die großen Wochenzeitungen (Stern, Spiegel, ZEIT etc.) auf kritische Weise mit religiösen Themen, oft polemisch, manchmal seriös und konstruktiv.

Der Referent gibt einen Überblick über gegenwärtige Tendenzen der Religionskritik. Dazu gehören vor allem die Schriften von Peter Sloterdijk, Richard Dawkins’ „Der Gotteswahn“ (2007) oder auch Herbert Schnädelbachs Beitrag in der ZEIT, der unter dem Titel „Der Fluch des Christentums - Die Sieben Geburtsfehler einer alt gewordenen Weltreligion“ (2000) eine kulturelle Bilanz nach zweitausend Jahren zog.

Die Teilnehmenden erhalten Gelegenheit, sich mit den Thesen der neueren Religionskritik auseinanderzusetzen und sie zu diskutieren.

Veranstalter: Evangelisches Erwachsenenbildungswerk Rheinland-Süd e.V. und Ev. Kirchenkreis Koblenz

Termin: dienstags, 9.30 – 12.00 Uhr mit Frühstück
Ort: Ev. Gemeindehaus Vallendar
Leitung: Margit Büttner
Kosten: 6,– €

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